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Rielasingen-Worblingen

    Auf dieser Seite berichten wir laufend über
    aktuelle Ereignisse rund um unseren Unterstützerkreis.

Presseartikel des Südkurier vom 01.03.2018 [von Sandra Bossenmaier]
Gemeinde dankt den Helfern

In Rielasingen-Worblingen wird Integration gelebt.
Möglich macht dies das Engagement des Unterstützerkreises Flüchtlingshilfe Rielasingen-Worblingen.

 – Ohne das ehrenamtliche Engagement des Unterstützerkreises Flüchtlingshilfe Rielasingen-Worblingen (UFRW) wäre eine gute Integration von Geflüchteten in der Gemeinde nicht möglich.

Der UFRW leistet mit Patenschaften und zahlreichen Aktionen einen großen Beitrag zur Willkommenskultur und zur  gelungenen Integration von Geflüchteten. Als Zeichen des Dankes für die Unterstützung lud die Gemeinde die ehrenamtlichen Unterstützer zu einem Helferfest ein.

„Integration kann nur mit engagierten Ehrenamtlichen gelingen“, lobte Anja Kurz, Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde die Zusammenarbeit. Sie nutzte dieses Beisammensein, um einen Überblick über die gemeinsamen Aktionen, wie beispielsweise das Sprachcafé  oder der erfolgreichen Schulungsreihe „Leben in Deutschland“ zu geben.

„Wir leben die Integration“, so Bürgermeister Ralf Baumert. Bei der beispielhaften Integration in der Gemeinde werden nicht nur Angebote an Geflüchtete gerichtet, diese werden durch die Unterstützung und Motivation der Helfer auch von den Geflüchteten zahlreich angenommen. Dies könne nur aufgrund des guten  Zusammenspieles zwischen Hauptamt und Ehrenamt funktionieren, lobte Baumert.

  • Helferfest_2018

    Von links nach rechts:
    Anja Kurz (Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte), Peter Wulff,
    Sanja Kaltenbrunner, Bürgermeister Ralf Baumert, Emad Alhaw, Margret Schiffer un Jean Wirthele.
    Foto: Sandra Bossenmaier

„Engagierte Helfer zu finden wird immer schwieriger“, berichtet Sanja Kaltenbrunner vom UFRW.
Dringend gesucht würden derzeit Helfer für Sprachkurse und Nachhilfeunterricht.Einen großen Fortschritt gab es bei der Anschlussunterbringung der insgesamt 185 Geflüchteten in der Gemeinde. Die Gemeinde tritt bei Mietverträgen von Wohnraum für Geflüchtete als Mieter auf und bürgt für verlässliche Mietzahlungen. Dieser Sachverhalt nimmt vielen privaten Vermietern die Angst vor Mietausfall oder Schäden. So konnte es in Rielasingen-Worblingen gelingen, dass inzwischen 114 Geflüchtete in Anschlussunterbringungen leben. Vor etwa einem Jahr waren es 49 Personen.
 

01.02.2018 [Interview: Eva Grundl]
Nachgefragt bei: Anja Kurz

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Anja Kurz als Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Rielasingen-Worblingen tätig. Mit einer 50% Stelle stemmt die studierte Politologin eine ganze Menge an Aufgaben vor Ort, während sie zugleich mit einem weiteren 50% Deputat für das Landratsamt Konstanz als Ehrenamtsbeauftragte arbeitet.

Frau Kurz, wie erleben Sie Ihre Arbeit in unserer Gemeinde?
Jeder Tag ist anders, und immer ist meine Arbeit spannend und abwechslungsreich. Schwerpunkte sind die Planung von Projekten zur Integration der neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Koordination der vorhandenen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Angebote sowie die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure in der Flüchtlingsarbeit.
Zudem bin ich zentrale Anlaufstelle für alle Belange im Bereich Integration und Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Paten. Von großer Bedeutung ist derzeit die Entwicklung eines Integrationskonzeptes unserer Gemeinde, das in diesem Jahr im Rahmen eines BürgerInnenbeteiligungsprozesses entwickelt werden soll.

Wie groß ist aktuell die Zahl der Geflüchteten hier am Ort?
Derzeit sind es ca. 180 Menschen, wovon mehr als die Hälfte aus Syrien stammen. Insgesamt wird die Vielfalt der Herkunftsländer beständig größer. So sind unter anderem auch Menschen bei uns, die aus Afghanistan, Nigeria, Tunesien oder dem Irak stammen. Untergebracht sind sie zum einen in den Gemeinschaftsunterkünften Rosenegg und Kupferdächle. Mehr als 100 Menschen befinden sich jedoch auch bereits in der Anschlussunterbringung, das bedeutet, dass sie in einer eigenen Wohnung leben.
 

Anja_Kurz

Anja Kurz
Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte

Würden Sie uns Beispiele nennen für eine gelungene Integration?
In der Tat können wir auch hier sehr zufrieden sein. Viele der Geflüchteten haben mittlerweile große Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache gemacht und können damit beispielsweise andere Geflüchtete unterstützen und beraten. Erfreulich ist auch, dass einige bereits Arbeit oder einen Ausbildungsplatz gefunden haben. Eine junge Frau wiederum befindet sich gerade im Vorbereitungsstudium an der Universität Konstanz.

Welche Bedeutung hat das Ehrenamt Ihrer Einschätzung nach bei der Integration?
Für den gesamten Integrationsprozess ist das Ehrenamt in der Tat unverzichtbar. Es sind die ehrenamtlich Engagierten, die das Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln – und genau das ist die Basis für die verschiedenen Schritte der Integration. Deswegen bin ich festes Mitglied im Organisationsteam des UFRW. Ich freue mich sehr, dass der UFRW mit einer großen Bandbreite an Angeboten gut aufgestellt ist. Dazu gehören unter anderem die Deutschkurse, die bereits erwähnten Patenschaften und die Fahrradwerkstatt, bei der die Geflüchteten sich einbringen können. Insbesondere beim Umzug in eine Anschlussunterbringung spielt auch der Bereich der Sachspendenvermittlung durch den UFRW eine große Rolle. Dennoch ist der UFRW auch stets auf der Suche nach neuen Engagierten, die beispielsweise den Bereich der Patenschaften oder die Nachhilfe unterstützen.

Liebe Frau Kurz, haben Sie herzlichen Dank für das Gespräch!
Gerne, ich danke Ihnen!

 

 

 

02. August 2017 [Bericht: Anja Kurz]
Flüchtlingskinder lernen bei der DLRG das Schwimmen

Schwimmkurs

Im Juli 2017 hatten 11 Flüchtlingskinder die Möglichkeit in einem Kurs der DLRG Rielasingen-Worblingen e.V. sicher schwimmen zu lernen. Mit viel Freude verbesserten die Teilnehmenden im Alter von 5 bis 11 Jahren bei Wind und Wetter täglich ihre Technik und beendeten nach 14 Tagen erfolgreich den Kurs.

Den Vorschlag der Flüchtlings- und Integrationsbeauftragten der Gemeinde ein spezielles Angebot für Flüchtlingskinder zu realisieren, griff die DLRG Rielasingen sofort auf. „Diesen Kurs durchzuführen war uns ein besonderes Anliegen da der generelle Auftrag der Frühschwimmerausbildung nicht nur ein ureigenes DLRG Thema ist, sondern definitiv eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung darstellt, die keineswegs vor der Migration und der Flüchtlingsthematik haltmacht“, so Norman Pietsch, 1. Vorsitzender der DLRG Rielasingen. „Das Wasser macht keinen Unterschied in der Herkunft des Opfers, wie die zahlreichen Ertrinkungstoten landauf landab jedes Jahr beweisen.“

Mit Unterstützung von zahlreichen Ehrenamtlichen des Unterstützerkreises Flüchtlingshilfe Rielasingen-Worblingen, die die Kinder täglich ins Naturbad Aachtal begleiteten, stellte sich die DLRG mit großem Engagement und viel Energie der Aufgabe den Flüchtlingskindern das Schwimmen beizubringen. Durch die Begleitung des Kurses durch gleich vier ehrenamtliche Schwimmausbilder und das exklusive Angebot für diese Zielgruppe konnte nicht nur auf die unterschiedlichen Charaktere der Kinder, sondern auch auf den zum Teil großen Altersunterschied und die Notwendigkeit der Übersetzung unterschiedlicher Anweisungen eingegangen werden. Dies ermöglichte es den Teilnehmenden sicher schwimmen zu lernen.

Auch Norman Pietsch zieht eine positive Bilanz: „Der Kontakt zu den Eltern und den Kindern des Flüchtlingskurses hat unser Dasein als Schwimmausbilder bereichert und wir sind froh darüber, hier einen wichtigen Teil zur kulturellen Verständigung, dem gegenseitigen Respekt und der Prävention von Ertrinkungsfällen geleistet zu haben.“

Der Kurs wurde unterstützt durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.
 

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